Es gibt unterschiedliche Ansätze, wie das Anlagekapital auf die Aktienmärkte verschiedener Länder und Regionen aufgeteilt werden kann. Als Standard hat sich die Gewichtung nach der Marktkapitalisierung etabliert. Dabei erhalten die Länder bzw. Unternehmen mit der höchsten Kapitalisierung auch die höchste Gewichtung in einem entsprechenden Index-Portfolio.

 

US-Aktien dominieren nach Marktkapitalisierung

Das weltweite Börsenbarometer MSCI All Country World Index basiert auf der Marktkapitalisierung der Industrie und Schwellenländer, abgebildet über die frei handelbaren Aktien. Obwohl der Index insgesamt mehr als 2.700 Aktientitel aus 23 Industrieländern und 24 Schwellenländern enthält, wird seine Gewichtung auf der Länderebene eindeutig von US-Aktien dominiert.

Das liegt einerseits an der enormen Anzahl und Größe der US-Unternehmen, die an den US-Börsen gehandelt werden, andererseits hat auch die positive Kursentwicklung die Marktkapitalisierung der US-Aktien in den letzten Jahren stark steigen lassen. Inzwischen machen US-Aktien mehr als 55 Prozent der Gewichtung des MSCI AC World Index aus, gefolgt von Japan mit 7 Prozent und dem Vereinigten Königreich mit einem Anteil von 5 Prozent. Die Schwellenländer sind lediglich mit einer Gewichtung von 11 Prozent vertreten, woran China einen Anteil von 4 Prozent hat.

Alternativ nach dem Bruttoinlandsprodukt gewichten

Ein alternativer Gewichtungsansatz ist die Gewichtung nach dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die smarte Idee dahinter ist, die tatsächliche Wirtschaftsleistung eines Landes heranzuziehen, welche über das BIP gemessen wird. Denn in einer Volkswirtschaft tragen auch die nicht börsennotierten Unternehmen zum Wachstum bei. Das BIP spiegelt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wider, die über den Zeitraum eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt beziehungsweise erbracht wurden. Daher dient das BIP den Marktteilnehmern auch als eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung der Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank veröffentlichen regelmäßig Statistiken über die Wirtschaftsleistung der Länder und Wirtschaftsräume. Setzt man die Wirtschaftsleistung der einzelnen Länder in Relation zu der weltweiten Wirtschaftsleistung, so zeigen sich deutliche Unterschiede zu einer Gewichtung nach Marktkapitalisierung. Das nach Wirtschaftsleistung gewichtete Weltportfolio wirkt ausgewogener und die wachstumsstarken Schwellenländer erhalten eine höhere Relevanz. So liegt der Anteil der Industrieländer weltweit zwar noch bei 60 Prozent, doch die Schwellenländer machen inzwischen knapp 40 Prozent der Gewichtung aus. Die Vereinigten Staaten bleiben mit einem Anteil von 26 Prozent die größte Volkswirtschaft der Welt, China folgt in der Wirtschaftsleistung allerdings bereits mit einem Anteil von 16 Prozent auf Platz zwei. Sollte es den aufstrebenden Ländern gelingen, auch zukünftig wirtschaftlich stärker zu wachsen als die Industrieländer, wird die Gewichtung in absehbarer Zeit auf ein ausgewogenes Verhältnis von jeweils 50 Prozent zulaufen.

Wie setzt man die Strategie im Portfolio um?

Ein direktes Investment in mehrere tausend Aktien weltweit ist für Anleger kaum praktikabel und mit viel zu hohen Handelskosten verbunden. Einen effizienteren Zugang bieten Exchange Traded Funds. Die sogenannten ETFs bilden die Wertentwicklung der Aktienindizes einzelner Länder und Regionen passiv ab.

 

Über eine geschickte Kombination dieser Indexprodukte lässt sich ein weltweit ausgewogenes Portfolio zusammenstellen, mit dem die Gewichtung nach der weltweiten Wirtschaftsleistung kostengünstig und effizient abzubilden ist. Die smarte Idee, aus passiven Anlageinstrumenten eine aktive Anlagestrategie zu entwickeln, verfolgt StarCapital bereits seit vielen Jahren erfolgreich.

Doch wie mit den Schwankungen umgehen?

Die Aktienanlage bietet langfristig die höchsten Renditechancen, dass belegen zahlreiche Auswertungen über Anlagezeiträume von mehr als zehn Jahren. Zwischenzeitliche Kursschwankungen machen Anlegern jedoch das Leben schwer. Anlageklassen, die höheres Renditepotenzial versprechen, enthalten aber nun mal auch höhere Risiken, das liegt in der Natur der Sache.

Eine Risikostreuung über die Industrie- und Schwellenländer kann langfristig zwar zu einer stabileren Wertentwicklung eines Portfolios beitragen, verhindert aber nicht das Rückschlagrisiko für die Kapitalanlage in turbulenten Zeiten. So mussten die Aktienmärkte während der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 temporär Verluste von mehr als 50 Prozent einstecken. Zu viel für eine Vielzahl von Anlegern, die der Aktienanlage dann wieder den Rücken gekehrt haben. Wer langfristig ein Vermögen aufbauen oder erhalten will, verliert in solchen Marktphasen einfach zu viel Substanz, die es dann erst langwierig wieder aufzubauen gilt.

Sicherheitsmodus als Schlüssel zum Erfolg!

Als Alternative bietet sich Anlegern daher die Integration eines Risikomanagements an. Zwar lassen sich Schwankungen damit nicht komplett vom Tisch wischen, doch das Risiko extremer Verlustphasen kann systematisch reduziert werden. Die Patriarch Multi-Manager GmbH setzt dabei auf die bewährte Trend200-Systematik. Hier wird die Wertentwicklung des von StarCapital konzipierten ETF-Weltportfolios über die sogenannte 200-Tage-Linie kontrolliert. Diese errechnet sich einfach aus dem Durchschnitt des Wertes der letzten 200 Handelstage. Fällt der Wert des ETF-Weltportfolios nun unter seinen eigenen 200-Tage-Durchschnitt und einen zusätzlich installierten Risikopuffer von weiteren drei Prozent, dann schaltet die regelbasierte Anlagestrategie automatisch in den Sicherheitsmodus um.

Dabei werden dann sämtliche Aktienpositionen verkauft und in den Geldmarkt und kurzlaufende Anleihen umgeschichtet. Ziel der aktiven Risikosteuerung ist es, die starken Kursabschwünge, sogenannte DrawDowns, gezielt zu reduzieren und damit auch die Nerven der Anleger zu schonen. Erst wenn sich die Trends an den Aktienmärkten nach einer Marktkorrektur wieder aufhellen und die 200-Tage-Linie nachhaltig um mehr als drei Prozent nach oben durchbrochen wird, schaltet die Anlagestrategie wieder in den Risikomodus und das Portfolio legt erneut in Aktien an. So kommen Anleger ihrem Ziel eines langfristig stabilen Vermögensaufbaus Schritt für Schritt näher, ohne sich vom hektischen Tagesgeschäft an den Kapitalmärkten aus der Ruhe bringen zu lassen.

 PatriarchSelect ETF Vermögensverwaltung Trend 200

Die offensive Anlagestrategie ist für Kunden geeignet, deren Fokus auf langfristigen Kapitalgewinn liegt. Bei dieser Anlagestrategie ist die langfristige Ertragserwartung hoch. Der Kunde strebt unter Inkaufnahme hoher Kursschwankungen eine Wertsteigerung an, die deutlich über der Verzinsung von als risikoarm eingestuften Wertpapieren (z.B. längerfristigen Euro-Staatsanleihen erstklassiger Bonität) liegen. Diese überdurchschnittliche Rendite soll in erster Linie durch die Wahrnehmung der Chancen an den Aktienmärkte entstehen. Hier mehr lesen: https://www.patriarch-fonds.de/fondsvermoegensverwaltung/trend-200

 

Markus Kaiser

Vorstand der StarCapital AG, Gastautor

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