Goldrausch im World Wide Web

Bitcoin„Die Ökonomie steckt in der Klemme – hauptsächlich, weil die Technologie ihren Versprechen nicht gerecht wurde. Bezaubert von schier grenzenlosen Erträgen, finanzierten Banker hunderte von Unternehmen, die alle dem gleichen dubiosen Markt hinterherrannten. Kopflose Investoren stürzten hinterher und trieben die Kurse in nie dagewesene Höhen. Schon bald brach der Markt zusammen und verwandelte die neuen Helden des Geschäfts in Betrüger und Buhmänner. Jetzt regiert Desillusionierung und niemand weiß, wie es weitergeht.“

Klingt bekannt, oder? Weniger als Sie denken. Der Text stammt aus dem Jahr 1850. Der Ort ist England, und die neue Technologie heißt: Dampflokomotive. Da behaupte noch einer, die Geschichte wiederhole sich nicht. Heute wissen wir, dass die Eisenbahn trotz der Desillusionierung noch etliche Jahrzehnte Blütezeit vor sich hatte. (Aus: „wie wir waren: die wilden jahre der web-generation“ von Constantin Gillies)

Wird es möglicherweise den Kryptowährungen genauso gehen?

Aktuell herrscht wieder Goldgräberstimmung. Dieses Mal jedoch schürfen die Goldsucher nicht an wilden Flüssen im Herzen von Amerika. Die Zeiten haben sich geändert. Heute wird Gold im Internet geschürft. Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin oder Ethereum sind aktuell in aller Munde. Doch wie genau funktioniert das System Kryptowährung eigentlich?

Miningfarmen und Trading

Die Kryptowährung wird aus einem digitalen Rechenprozess gewonnen. Für beispielsweise einen Bitcoin wird eine bestimmte Rechenleistung benötigt. Dabei reicht allerdings ein einziger Computer zu Hause schon lange nicht mehr aus, um einen Bitcoin zu schürfen. Da der Anspruch entsprechend hoch ist, gibt es seit einiger Zeit sogenannte Miningfarmen. Hier arbeiten viele Computer in einem Netzwerk und schürfen gemeinschaftlich neues Krypto-Gold.

Mit jedem neu gewonnenen Bitcoin steigt der Schwierigkeitsgrad und es wird entsprechend mehr Rechenleistung benötigt. Dadurch soll verhindert werden, dass in kurzer Zeit extrem viele Bitcoins geschürft werden können. Je mehr Menschen sich für eine Kryptowährung interessieren und darin investieren, desto schneller steigt ihr Wert. In Anbetracht der Tatsache, dass es immer schwieriger wird, Bitcoins zu gewinnen, hat sich der Wert der Kryptowährung innerhalb eines Jahres verzehnfacht.

Dementsprechend attraktiv ist der Handel mit Bitcoins geworden. Das Trading von Kryptowährung funktioniert anonym und unterliegt keinerlei staatlichen Kontrolle. Auch die Bankenaufsicht hat keine Chance auf Transaktionen mit Bitcoins oder anderem „Internetgeld“ (auch Altcoins genannt) zuzugreifen. Mittlerweile bieten viele Händler an, mit Kryptowährung zu bezahlen. Selbst Kreditkarten, mit denen physisches Geld am Automaten vom eigenen „Bitcoin-Konto“ abgehoben werden kann, sind keine Seltenheit mehr.

Chancen und Gefahren der neuen Krypto-Welt

LitecoinFür viele Menschen steht die Kryptowährung für Freiheit und autarke Finanzgeschäfte. Gerade ärmere Menschen in Dritte Welt Ländern brauchen kein Bankkonto mehr, sondern lediglich einen Zugang zum Internet, um Finanzgeschäfte zu tätigen. Wo viel Licht ist, fällt aber für gewöhnlich auch Schatten. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Betrüger das System der Kryptowährung für sich ausnutzen wollen. Ein besonders krasser Fall ereignete sich im Sommer 2017 in der Schweiz.

Hier hatte das Ehepaar Breitman eine neue Kryptowährung ins Leben gerufen, den sogenannten „Tezzie“. Es gab viele Anleger und Einsteiger, sodass die Breitmans rund 20 Millionen Dollar für ihre neue Währung einsammelten. Das System sollte genau so funktionieren wie beim altbekannten Bitcoin.

Dumm nur, dass die Technologie noch gar nicht existierte und de facto gar kein Handel mit der neuen Währung stattfinden konnte. Dank eines geschickten Firmenkonstrukts sind die Breitmans nicht verpflichtet, die Anlagesumme zurück zu zahlen. Viele Anleger werden deshalb auf dem Verlust sitzen bleiben. Die ganze Story können Sie hier nachlesen: Klick

Zukunftsaussichten – Lohnt sich eine Investition?

Viele Finanzexperten sehen den Handel mit der Kryptowährung und die Blockchain-Technologie, die dahintersteht, noch am Anfang einer länger gehenden Entwicklung. Es gibt etliche vielversprechende Projekte mit oftmals einer eigenen Kryptowährung, die nicht nur das Bezahlen im Internet vereinfacht. Auch in der Logistik, in der Immobilienbranche, ja selbst im Online Casino kann die Blockchain-Technologie zum Tragen kommen. In Anbetracht des hohen Potentials ist ein Investment mit Sicherheit lohnenswert. Es gilt aber zu beachten, dass sich nicht alle Projekte am Markt durchsetzen werden und einige „Altcoins“ massiv an Wert verlieren könnten.

Darüber hinaus unterliegt der Krypto-Markt hohen Kursschwankungen. Eine sichere Prognose, wie sich der Bitcoin und andere Kryptowährung entwickeln werden, gibt es nicht. Wer gerne ein Investment tätigen möchte, sollte sich vorher gut über die verschiedenen Projekte und Kryptowährungen informieren. Wer steht hinter dem Projekt? Gibt es einen Businessplan? Wie viele Coins sind bereits im Umlauf? Die Strategie nur auf altbekannte Kryptowährung wie den Bitcoin, den Litecoin oder Ethereum zu setzen, kann auch erfolgreich sein. Und auch wenn sich mit Kryptowährung kurzfristig und schnell Gewinnen erzielen lassen, lohnt es sich, langfristig zu investieren. Das Potential ist enorm und wird sich erst in den kommenden Jahren bis Jahrzehnten voll entfalten.

Fazit

Das Investieren in Bitcoin und Co. ist durchaus interessant und kann sich lohnen. Einsetzen sollte man aber nur Geld, das bei einem Totalverlust verschmerzbar wäre. Denn letztendlich bleibt das Investieren in eine Kryptowährung ein Spekulationsgeschäft auch wenn hier große Gewinne möglich sind. Wie beim Anlegen an der Börse gilt auch hier: Erst recherchieren und ausgiebig informieren, damit man als Anleger versteht, wie der Krypto-Markt funktioniert und worin man hier investiert!

Dirk Fischer

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